AUM, § 276

Die Menschen meiden gewöhnlich das Wort Einheit, sie fürchten es. Gleichzeitig aber sprechen sie viel vom Mitgefühl, sie vergessen, dass diese Begriffe identisch sind – einer ist ohne den anderen undenkbar. Ebenso verhält es sich mit anderen Begriffen; die Menschen sind bemüht, den Begriff anzunehmen, aus welchem die geringste Verantwortung folgt. Mitgefühl kann sich auf Worte beschränken, Einheit aber bedarf der Tat. Die Tat an sich schreckt die Feigen. Sie wollen nicht verstehen, dass jeder Gedanke des Mitgefühls schon einer machtvollen Tat gleicht. Oft beschränkt sich Mitgefühl auf leere Worte. In diesem Fall wird weder ein schöpferischer Gedanke noch eine Tat geschaffen. Gedankenlosigkeit tötet Mitgefühl, und Untätigkeit zerschlägt die Einheit. Der Mensch fürchtet Verantwortung und verfällt damit der Herzlosigkeit.

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