Unbegrenztheit, § 90

Wenn der ganze Kosmos für Vereinigung tätig ist, warum gehen die Menschen widersprüchlich zum Vorbestimmten vor? Es gibt direkte Wechselbeziehungen im ganzen Kosmos. Die Menschheit widerspricht sich selbst und ihrer Bestimmung. Wenn es einem gelingt, die völlig verschiedenen Erscheinungen des Kosmos zu verbinden, dann kann man in sich das Gefühl der Arbeit für das Allgemeinwohl entwickeln. Unsere Aufgabe ist es, die Harmonie des Daseins und die Schaffenskraft des unbegrenzten Kosmos herzustellen. Die irdische Welt entfaltet sich in allen Dimensionen durch menschlich beschaffenes Denken. Kosmos weist eine andere Richtung. Menschliches Schaffen hat mit kosmischer Schöpfung wenig Ähnlichkeit. Wir bringen dem Menschen das Verstehen, damit seine Aufgabe in vollem rhythmischem Akkord mit der kosmischen Schöpfung voranschreiten kann. Die Schaffenskraft der fernen Welten sammelt alle Ströme und alle Energieerscheinungen der Elemente, und Umwandlung vollzieht sich in dem großen, feurigen Laboratorium des Kosmos. Der Aufbau höherer Formen wird dem höheren Bewusstsein enthüllt, doch wird die Formel umgekehrt angewandt, so wird – wie in der niederen Sphäre statuiert – eine Antithese geschaffen. Niemand fasst diese Seite unseres Seins als eine unbegrenzte Erscheinung auf! Die fernen Welten rufen zur Arbeit in dem großen Lebensrad auf. Die Zukunft ist genauso real, wie es der gegenwärtige Tag ist. Der Mensch muss sich in einer durch Ewigkeit gekennzeichneten Wirklichkeit des Lebens behaupten, und diese Vergegenwärtigung wird ihn mit Vorausschau für seine Taten rüsten.

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