Unbegrenztheit, § 79

Wie kann man das Bewusstsein des Strebens nach Vervollkommnung erlangen? Nicht durch die Behauptung, dass der ganze Aufbau des Kosmos endet; nicht durch Verneinung der Wechselbeziehung der höheren Welten mit unserem Planeten; nicht durch Anerkennung einer Erstarrung der räumlichen Kräfte. Geist zeugt von Feuer, und es gibt keinen Stillstand der kosmischen Flamme. Das Gesetz des Feuers befolgend, können wir den Pfad zur Vervollkommnung errichten. Das Feuer der Sonne und das Feuer des Geistes sind unsere schöpferischen Kräfte. Die Wärme der Sonne und die Wärme des Herzens sind unsere Lebensspender. Eine Trennung der Elemente bestimmt die Verschiedenartigkeit der Formen, doch nicht das Anwachsen des Antagonismus. Im gegenseitigen Kontakt können Licht und Finsternis zusammenarbeiten. Das menschliche Denken tendiert dazu, die Vorstellung scharfer Abgrenzungen ins Leben hineinzutragen. In den höheren Welten arbeiten Licht und Finsternis zusammen. Die Kraft des Kosmos erstreckt sich unbegrenzt. Die Menschheit hat das Gesetz der Zusammenarbeit verletzt und sühnt dieses Vergehen. Jeder Herrscher brachte dem Planeten das verlorengegangene Gleichgewicht wieder, doch der menschliche Geist ist vom Gefühl des Antagonismus so durchdrungen, dass er das vom Herrscher aufgezeigte Ziel nicht erreichen kann. So schafft sich die Menschheit fürchterliche Streitfragen, und Wellen werden das durch die Verneinung des Lichts – als die MUTTER DER WELT – gestörte Denken verschlingen. Das Erlangen des inneren Feuers – die von der Mutter des Agni Yoga erreichte Stufe – ist die seltenste Errungenschaft. Dieser Grad des Feuers wird als Stufe eines Archaten bezeichnet. Das lebendige Feuer war im Altertum bekannt. Der Alchimist kannte es. Die Errungenschaft dieses höheren Grades der mächtigen Flamme kann nur von einem Geist geoffenbart werden, der das Psycholeben des ganzen Herzens lebt. Der mächtigste Hebel des Kosmos und der heiligste ist das Herz. Sein Bewusstsein erfüllt den Raum; sein Licht erhellt den Kosmos.

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