1923 - III - 19
Beunruhigt man denn einen Gast, den man erwartet, mit persönlichen Wünschen? Wir beeilen uns, die Tore aufzuschließen, um dem Ersehnten Eintritt zu gewähren. Lasst Unwissende den Raum beschwören, Doch jene, die Einsicht erhalten hab'n, werden das Ereignis unterstützen. Die Hand wird oftmals dargeboten, doch die Blinden versuchen sie zurückzuweisen. Deshalb ist ein Schwangerschaftsabbruch schlimmer noch als ein Mord. Auch schickt es sich nicht, einen Berg verschied'ner Wünsche anzuhäufen. Vor Ankunft eines Gastes ist's besser, das Haus zu lüften, in Ruh' ein Gebet zu sprechen und die Augen nur auf Schönes hin zu richten. Unnötig sind Anordnungen und Grübeleien - der Geist kommt frei. Ird'sche Belastungen müssen abgenommen werden. Schichten von Ausdünstungen umgeb'n jede Wiege. Gesegnet ist die Mutter, die dem Licht den Schleier öffnet und die erste Blume darbringt. In Ruhe und in Schönheit und mit einem Lächeln erwartet alle Neuen, die Eintritt in die Welt begehren.