Der Ruf, § 310

1922 - XI - 4

Wenn wir uns dem Berge nähern, finden wir ein Chaos von Steinen und von spitzen Felsen vor. Dahinter befinden sich die steilen Felsenwände. Nach diesen beginnen dann die Bergwiesen, die vom Schnee bewässert werden, Doch hinter den Schneegipfeln seht ihr erst das Funkeln der weiten Ferne. Ihr schreitet durch den Korridor des Lebens, und wirbelt auf den Staub mit euren Schritten. Wie viele Lasten, wie viel Entsagung, wie viele Ängste! Wo aber blieb der Schatz der Welt? Wenn einen Edelstein ihr bei euch tragt, oder die kostbarste der Perlen, würdet ihr auf sie vergessen? Nein, ihr werdet sie behutsam tragen, das Versteck nachseh'n, sorgfältig es verschließen, denn ihr verwahr't ja den Schatz der Erde! Welch eine Sorgfalt! Ihr werdet fragen: Wie soll man sich inmitten der Spannungen des Lebens noch des Schatzes der Welt erinnern? Ich lächle und sage: Es ist ganz einfach. Nehmt vom Meeresstrand ein glattes Steinchen auf, und traget es bei euch mit dem Gedanken, es wäre gar der Schatz der Welt. Und wenn man euch bedrängt, und wenn der Staub bedecket eure Kleider. So nehmt den auserwählten Stein in eure Hand, und denket an den Schatz der Welt. Ich habe euch geboten, ihn ans Ziel zu bringen. Denkt daran, denkt daran, denkt daran! Ich habe gesprochen.

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