Der Ruf, § 267

1922 - VII - 15

Mit der Sichel ernte händisch ab das Feld und bring mit Sorgfalt jede Ähre in die Scheune. Die Windmühle trennt die Spreu von reinen Körnern. So suchen Wir der Zukunft Träger aus. Ich habe gesprochen. Nichts wird ohne Grund zerstört. An jeden richtet sich der Ruf. Doch taube Ohren vernehmen nicht der Engel Posaunen. Noch schwerer als einstmals die Mauern Jerichos zerfällt das Gebäude der Alltäglichkeit. Sind eure Ohren frei von altem Kehricht? Ich habe gesprochen. Was soll mit Drohenden gescheh'n? Was mit den Sitzenbleibern? Was soll man denn mit jenen machen, die behaupten, die Zukunft schon zu kennen? Zurzeit gibt es viele Besserwisser, doch diesen sage Ich: Öffnet die Ohren und waschet eure Hände, bevor ihr mit dem Geschrei beginnt. Ich rede und rede, Ich habe zu ihnen gesprochen. Ich SELBST bestätige: Dem Treiben werde Ich ein Ende setzen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Doch nun gehet. Meine Hand wacht über euch. Ja, ja, ja! Umgeb'n von Gefängnissen, umgeb'n von Mord. Umgeb'n von unverantwortlichem Schweigen, umgeb'n von Aufruhr. Umgeb'n von diesem und von jenem. Denket an Mich. Meine Kraft ist stets mit euch. Schüler, sag, fürchtet eine Muschel etwa den rhythmischen Schlag der Wellen? Drum fürcht' auch du den Schlag der Wellen nicht.

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