Herz, § 551

Der Mensch kann seine inneren Absichten nicht verbergen. Obgleich sich diese in irdischen Ausdrücken nicht widerspiegeln mögen, gibt es in den feinstofflichen Gefühlen keine Geheimnisse. Die Menschen verstehen es meist nicht, das Empfinden der Feinstofflichen Welt in sich aufzunehmen. Doch nachher empfinden sie eine scheinbare Unruhe, Verwirrung oder Freude, als läge eine geheime Botschaft vor ihnen, deren Bedeutung sie fühlten, bevor sie sie entsiegelten. Aber durch die Erziehung des Herzens kann man die menschlichen Absichten verstehen lernen, was kein Zufall ist. Zudem vermag man nicht nur die Bedeutung der Gedanken abzuschätzen, sondern auch ihren Inhalt. Aber ist es nicht wahr, dass das Herz oft die Absichten der Menschen eher deshalb nicht widerspiegelt, weil sie entweder überhaupt nicht bestehen oder dem vom Winde angewehten Flaume gleichen? Fragt euren Gesprächspartner, was er will; die übliche Antwort wird ein Beweis der Verwirrung sein. Solch ein Herz, das seine Bestrebungen überhaupt nicht kristallisiert hat, wird in der Feinstofflichen Welt verwirrt sein. Die Lehre ist kein Luxus. Sie lehrt das Minimum von dem, was von den Inkarnierten nach Millionen Jahren erwartet werden sollte. Lasst uns das flatterhafte Denken nicht in jedem Maße erschweren, aber es ist unumgänglich, das Erkennen des Herzens zu gebieten.

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