Herz, § 515

Es ist gefahrvoll, keine Verantwortung zu fühlen. Die Erscheinung des vorübergehenden Wanderers ist ebenfalls gefahrvoll, und wir alle sind wie angetriebene Himmelskörper zeitlose, dem Aufstieg zustrebende Wesen. Daher ist jede Abtrünnigkeit so widernatürlich wie Verbrechen und Böses. Jeder steigt entsprechend seine Natur auf, und Verantwortlichkeit wird nicht zur Last, sondern zu Schwingen. Doch sobald jemand ins Wanken gerät, wird dieselbe Verantwortlichkeit zum Mühlstein um seinen Hals. Doch ohne Verantwortlichkeit können wir auch nicht auf dem Meer der Elemente schwimmen. Das ist keine Moral, sondern ein Rettungsring. Der Abschied ist nur die willkommene Wiederbegegnung. Wir sind keine vorübergehenden, sondern unendliche Wesenheiten.

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