Herz, § 486

Gefahr droht auch, wenn die Weisung nicht sogleich befolgt wird. So ist es sogar im täglichen Leben: Wenn wir jemanden bitten zur Seite zu treten und er anstatt dies zu befolgen, den Grund wissen will oder sich bestenfalls umblickt, kann ihn der Stein treffen. Das gleiche geschieht mit erfolglosen Schülern. Ihre Herzen werden schweigen, wo es augenblicklich zu handeln gilt. Das ist auch für das Herz selbst schädlich, denn was könnte verheerender sein als unausgeführte Befehle des Herzens? Wenngleich das Herz schweigt, so heißt das nicht, dass in seinem Innern das Telegrafenzeichen nicht dennoch aufgenommen wurde. Das ist genauso schädlich wie das Herz durch Verstand zu trüben! Wie viele Herzen sind wegen der Anspannung von unausgeführten Befehlen stehengeblieben! Der Zwiespalt zwischen Herz und Verstand ist die traurigste Seite der Menschheit.

‹ § 485 · Inhaltsverzeichnis · § 487 ›