Herz, § 4

Das Herz ist ein Tempel, aber keine Wohnstätte der Abgötter. So sind Wir nicht gegen die Errichtung eines Tempels, aber Wir lehnen Fetischismus und Schaustellungen ab. Ebensowenig meinen Wir, wenn Wir vom Errichten eines Tempels gleich dem Herzen sprechen, dass er die Form eines Herzens haben müsse, sondern Wir sprechen von seiner inneren Bedeutung. Kein Tempel kann bestehen, ohne sich der unbegrenzten Kette bewusst zu sein; so stellt auch das Herz alle Empfindungen zum Kosmos her. Des Herzens Wehmut oder Freude erklingt mit den fernen Sphären. Warum wird dann öfter Wehmut verspürt als Freude? Die ständigen kosmischen Störungen erregen natürlich das dafür empfängliche Herz. Deshalb wiegt der Dienst solch eines Herzens auf den Waagen der Welt auch sehr schwer. Helft mit am Aufbau der Welt! Es gibt weder einen Tag noch eine Stunde, in der die Welt nicht in Gefahr wäre! Zwei Augen allein vermögen diese Gefahr nicht vorauszusehen, sondern nur drei, wie sie auf dem Banner der Herrscher aufscheinen! Den Tempel des Herzens muss man als immer gegenwärtige Empfindung begreifen. Nicht ohne Grund ist das Herz durch das Zeichen des Kreuzes gekennzeichnet worden. So begleitete das Zeichen des Kreuzes ewiglich den Tempel des Herzens.

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