Herz, § 389

Man sollte vor allem zur Erkenntnis gelangen, dass das Herz nicht unser eigenes Organ ist, sondern dass es für die Verbindung mit dem Höchsten verliehen wurde. Würden die Menschen beginnen, das Herz als von Oben verliehen zu betrachten, so würden sie behutsamer damit umgehen. Ein gewisser Eremit trat aus seiner Einsamkeit um eine Botschaft zu übermitteln. Zu jedem, den er traf, sagte er: ‘Du hast ein Herz’ Als man ihn fragte warum er nicht über Barmherzigkeit, Geduld, Hingabe, Liebe und andere segensreichen Lebensgrundlagen spreche, antwortete er: ‘Wenn wir das Herz nicht vergessen, wird sich alles Übrige ergeben.’ Könnten wir wahrhaft über Liebe sprechen, wenn wir ihr keinen Platz einräumen? Und wo sollte die Geduld ihren Sitz einnehmen, wenn ihre Wohnstätte verschlossen ist? Um sich nicht mit unanwendbaren Segnungen abmühen zu müssen, muss man ihnen einen Garten errichten, welcher der Herzenserkenntnis offensteht. Durch das Fundament des Herzens werden wir standfest und begreifen, dass wir ohne Herz nur tote Hüllen sind.

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