Herz, § 278

Jedes Gefühl erzeugt Energie. Ein geteiltes Gefühl verzehnfacht die Energie. Ein Gemeinschaftsgefühl schafft eine mächtige Energie, aber das individuelle Gefühl muss angespannt und das gegenseitige Gemeinschaftsgefühl in Einklang gebracht werden. Darin liegt die ganze Ursache der schwachen Wirkung gegenwärtiger Gefühle; heute ist keine Eigenschaft verstärkten Fühlens zu bemerken. Doch welch große Wirklichkeit würde rückstrahlen in der Erhebung unzähliger übereinstimmender Gefühle. Die Alten nannten Gefühl die Esse der Macht. Wahrhaftig, wie erhaben ist das Gefühl gegenseitiger Liebe. Nicht geringer ist die Macht gegenseitiger Dankbarkeit. Unbesiegbar ist das Gefühl selbstlosen Heldentums. So kann man schöne Türme und Zitadellen erbauen. Doch woher kommt Harmonisierung? Weder vom Verstand noch von den Gehirnwindungen, sondern vom Herzen, vom Licht. Das Gefühl des Zorns überlassen wir nur den Finsteren. Inmitten der trüben, roten Funken wird es keine Harmonie geben.

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