Herz, § 216

Rechte Bestrebungen vernichten Ansteckungserscheinungen. Ein bestrebter Mensch ist tatsächlich völlig immun. So sind es jene, die am Rande des Abgrunds wandeln. Die besten Schwingen werden durch Bestrebungen gewoben. Streben wird sogar das beste Gegengift sein. Das von heftiger Anspannung geborene Feuer ist der beste Schild. Die Alten erklärten, dass die Strebenden keine Pfeile treffen konnten. Heutige Ärzte könnten aufzeigen, dass sich bei geistiger Bestrebungen eine besondere Substanz entwickelt. Befolgt das als Lebensrat. Ich weise darauf hin, dass der bestrebte Geist seine Lage mit Lichtgeschwindigkeit verändert und nicht erfasst wird. So muss man sich zum Streben erziehen, indem man es sowohl physisch als auch geistig bekundet. Die des Strebens ermangelnde Lehre gleicht einem durchlöcherten Sack. Man muss das Wesentliche des Gesagten in sich aufnehmen, denn Studium der Worte allein bleibt nur auf der Zunge. Aber hütet euch vor der strebenden Zunge mit totem Herzen. So lasst uns das Gegengift reinen Strebens nicht vergessen.

‹ § 215 · Inhaltsverzeichnis · § 217 ›