Herz, § 170

Wenn man einen Vortrag in einer Fremdsprache halten will, so wäre es unvernünftig sich erst am Vortag vorzubereiten. Wenn man mit einem neuen Instrument auftreten will, so wäre es unvernünftig erst am Vortag mit dem Üben zu beginnen. Es ist auch unvernünftig, sich für den Übergang in die Feinstoffliche Welt erst am Vortag vorzubereiten. Furchtbar ist es, wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang das Denken an die Feinstoffliche Welt verdrängt hat und erst am Vortag des Übergangs unverstandene Worte verworren zu lernen beginnt, wie ein nachlässiger Schüler. Der unvermeidliche Übergang wurde in allen Lehren verkündet. Es heißt: ‘Wir sterben nicht, wir wandeln uns!’ Kürzer und treffender kann man es nicht sagen. Das bedeutet, man muss die Sprache der Feinstofflichen Welt bereits beherrschen und das Eintrittsrecht in vollem Bewusstsein erworben haben, am Vortag ist es jedoch zu spät. An Stelle von Freude wird leider Schrecken eingeflößt und so die Lebensgrundlage verletzt. Ihr aber wisst, der beste Führer ist ein flammendes Herz. Mit dieser unauslöschlichen Lampe ist es nicht schrecklich, sich zu erheben und den hohen Führern zu begegnen.

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