1926 – X – 1
Ein Siegel ist der Hüter eines Geheimnisses. Heimlichkeit hat es zu allen Zeiten gegeben. Wo geringes Wissen vorhanden ist, muss man sich der Heimlichkeit bedienen. Es ist erschreckend, darüber nachzudenken, dass eine gewisse Eigenschaft des Bewusstseins sich in keiner Weise vom Niveau des Steinzeitalters unterscheidet. Abwegiges Denken, nicht menschliches, will den Fortschritt nicht bejahen; es will tatsächlich nicht. Der Lehrer kann Wissen ausgießen, doch es dient weit mehr der Sättigung des Raumes, deshalb ist ein Lehrer auch ohne sichtbare Schüler nicht einsam. Denkt daran, die ihr euch der Gemeinschaft nähert! Denkt an das Geheimnis – nicht zu verzweifeln. Das Geheimnis der Zukunft liegt im elementaren Streben. Die Eruption eines Vulkans kann nicht verzögert werden; genauso kann auch die Lehre nicht aufgeschoben werden. Der Hinweis auf eine bestimmte Zeit lässt keine Verzögerung zu – ob sie in den Kelch des Bewusstseins fließt oder in den Raum aufsteigt. Es ist unmöglich, zu errechnen, wann das individuelle Bewusstsein wichtiger erscheint und wann der Faktor des Raumes. Und in dem Augenblick, wo der Nächste nicht aufhorcht, erschallt das Echo des Raumes. Darum zweifelt nicht, euch der Gemeinschaft nähernd. Das Buch ‘Der Ruf‘ kannte keine Hindernisse. Das Buch ‘Erleuchtung‘ gleicht einem Fels. Das Buch ‘Gemeinschaft‘ gleicht einem Schiff vor dem Sturm, wenn jedes Segel und jedes Tau belebt wird. Die Gemeinschaft gleicht einer chemischen Verbindung: deshalb seid rein, seid tiefgründig und vergesst die Ketten der Verneinung. Eifert durch Verbote und Verneinungen nicht Tyrannen und Fanatikern nach. Werdet durch Unwissenheit und Hochmut nicht vergoldeten Narren gleich. Gewiss, die Gemeinschaft lässt den Dieb nicht zu, der durch Diebstahl die schlimmste Art von Eigentum bejaht. Seid streng, versteht das Geheimnis so zu hüten, dass ihr euch selbst einen Termin nicht wiederholt – seid wie die Welle, die den Stein nur einmal fortschwemmt!