1925 – XI – 8
Wir treiben die ganze Furcht aus. Wir übergeben das ganze bunte Gefieder der Furcht dem Wind: die blauen Federn des erstarrten Schreckens, die grünen Federn des verräterischen Zitterns, die gelben Federn des heimlichen Davonschleichens, die roten Federn des rasenden Herzklopfens, die weißen Federn des Verschweigens, die schwarzen Federn des Sturzes in den Abgrund. Es ist notwendig, auf die Vielfältigkeit der Furcht wiederholt hinzuweisen; sonst bleibt irgendwo ein graues Federchen gefälligen Gestammels oder ein Flaum hastiger Unruhe, und hinter diesem wird sich der gleiche Angstgötze verbergen. Mit ängstlichen Flügeln stürzt man ab. Der in Furchtlosigkeit gehüllte ‘Gesegnete Löwe‘ gebot, den Mut zu lehren. Schwimmer, wenn ihr alles euch Mögliche tut, wohin kann die vernichtendste Welle euch tragen? Sie kann euch nur emportragen. Und du, Sämann, wenn du die Saat ausstreust, wirst du eine Ernte erwarten. Und du, Hirte, wenn du deine Schafe zählst, wird du ein geoffenbartes Licht anzünden.