1927 – I – 22
Dankbarkeit ist die Einfassung der Gerechtigkeit. Die Gemeinschaft muss das Wesen der Dankbarkeit kennen. Eine zweckdienliche Tat kann nicht herabgesetzt werden, sondern zieht Dankbarkeit nach sich. Das Wesen der Dankbarkeit wird ganz eng an die Harmonie des Bewusstseins grenzen. Bestätigung der Zusammenarbeit ist kein Ergebnis einer formellen Untersuchung. Nur durch Tat und Entschlossenheit ist es möglich, sich dem Herzen der Gemeinschaft zu nähern. Lehret, keine Möglichkeiten zu versäumen. Wie Entschlossenheit und Tat zur Dankbarkeit führen, so schaffen Unbedachtsamkeit und Versäumnis ein schwer zu beseitigendes Hindernis. Der Mitarbeiter, der durch Unbeweglichkeit eine Tat versäumt, ist sich dann selbst überlassen. Dies ist keine Rüge, sondern ein nützliches Mittel, um ihm seine Unterlassung zu veranschaulichen. Natürlich, selten gibt jemand seine Unzulänglichkeit zu, und dann wird ihm eine kleine selbständige Übung auferlegt: etwas lässt sich schwer ausführen, etwas knarrt und lässt sich nicht öffnen. Man sollte keine magischen Maßnahmen vermuten; die Aufmerksamkeit der Gemeinschaft ist einfach vorübergehend entflogen, und die Stelzen der Unerfahrenheit schwanken im Wind. In jedem Fall wird das Kollektiv, das die Gemeinschaft darstellt, eine mächtige Wirkung haben, und ohne diesen Sammelpunkt ist es für den, der schon einmal versuchte, den heilvollen Pfad der Gemeinschaft zu beschreiten, schwer. Es liegt in der Natur der Menschheit, auf jede geringste Nachricht über die Gemeinschaft zu lauschen. Man versucht, über die Unmöglichkeit der Gemeinschaft zu sprechen, doch niemand wagt zu behaupten, dass sie schädlich sei. Wir rufen auf zum Absoluten, Wir schlagen vor, unanfechtbare Taten zu vollbringen, Wir wollen Willen und Selbständigkeit sehen. Nichts Zweifelhaftes darf in das Bewusstsein der Schaffenden eindringen. Wir haben ein bedeutendes Wissen angesammelt, und Wir wenden es nicht für Uns an, sondern für die Wahrheit. Und das grobe ‘Ich’ wurde bereits durch das schöpferische ‘Wir’ ersetzt. Lehret, die Gemeinschaft als überwallende Quelle von Möglichkeiten zu verstehen!