1927 – I – 20
Ihr habt bereits gesehen, wie Ich Fragen an einen Neuankömmling stellte. Aus den Antworten war es möglich, sich über die Qualität des Neuankömmlings eine Meinung zu bilden. Jeder von euch wird genötigt sein, jene zu lehren, die zu euch kommen. Wenn sie euch eine Frage stellen, antwortet mit einer eigenen Frage. Ihr wisst, dass die Qualität einer Frage die Richtung für die nächste Frage weist. Es ist unzulässig, dass sich in die Formulierung der Frage Ungenauigkeit einschleicht. Oft haftet diese erste Weitschweifigkeit wie ein Fettfleck auf einer Decke und wird untilgbar. Die Stunde wird kommen, wo ihr beharrlich auf Fragen von Seiten eures Gesprächspartners bestehen werdet. Doch die erste Frage muss von euch gestellt werden. Und fragt vor allem, was ihn zu euch zog? Dann bittet ihn, zu sagen, wann er das erste Mal die Wertlosigkeit des derzeitigen Lebens empfunden hat; und dann möge er erzählen, wie der erste Begriff des Lehrers in seinem Bewusstsein aufkam. Lasst ihn sagen, wie er die Heldentat versteht; ob er den Unterschied zwischen der Augenscheinlichkeit und der Wirklichkeit empfindet; und ob er die Gemeinschaft in seinem Bewusstsein erkennen kann. So ist es notwendig, an die Keime von Wünschen und Träumen heranzutreten. Fürchtet euch nicht, streng zu erscheinen; denn zerknüllte, weiche Kissen sind bestimmt weit schlimmer. Strenge wird Wurzeln schlagen, und wenn noch ein Anzeichen von Anspannung vorhanden ist, dann wird die Brücke geschaffen werden. Alle Fragen über frühere Familienleben müssen ausgeschaltet werden. Durch eine einzige solche Frage kann man in Alltäglichkeit verfallen, wogegen es notwendig ist, mit allen Mitteln das Ungewöhnliche der Wirklichkeit zu erhalten. Wirklichkeit bereitet den Pfad in einem Aufleuchten des Blitzes vor.