Gemeinschaft, § 192

1927 – I – 4

Durch Entwicklung der Beobachtung wird es möglich, den umgebenden Verhältnissen die nötige Aufmerksamkeit zuzuwenden. Jeder wird es verstehen, dass, wenn die Wände eures Zimmers mit einer Arseniksubstanz gestrichen wären, oder mit einem Präparat von Schwefel, oder von Harz, oder von Quecksilber, oder von Moschus, solche Anstriche auf den Zustand des Organismus einen Einfluss ausüben würden; – dies ist ein grobes Beispiel. Doch jetzt fragt eure Biochemiker und Technologen, welchen Einfluss das Material der Wohnungen auf physische und psychische Grundlage ausübt. Welcher Unterschied zwischen einem Haus aus Ziegeln und einem aus Basalt besteht, oder zwischen einem aus Granit und einem aus Marmor, zwischen einem aus Eisen und einem aus Holz, zwischen einem aus Eichen- und einem aus Föhrenholz? Für welchen Organismus ein eisernes und für welchen ein hölzernes Bett geeignet erscheint? Wer einen Wollteppich benötigt und wer einen Holzfußboden? Über viele Bedingungen wird die Technologie genauso wenig wissen, wie zu Zeiten der Höhlenbewohner. Doch wer würde nicht zustimmen, dass Holz und Mineralien eine wichtige heilende Wirkung ausüben? Das heißt, dass sich die wesentliche Analyse aus Mangel an Beobachtung in einem Stillstand befindet. Die Forschung ging entlang einem Kanal des Herkömmlichen, und für übereifrige Forscher steht bereits irgendwo ein Scheiterhaufen bereit. Ihr könnt sicher sein, dass der Geist der Inquisition noch sehr nahe ist; der Unterschied besteht nur im Gewand und in den Mitteln der Ausrottung des Forschens nach Neuem.

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