Gemeinschaft, § 174

1926 – XII – 12

Außerkörperliche Wahrnehmung war schon lange bekannt. Sie wurde entweder mechanisch oder durch Willensbefehl erlangt und diente als hartnäckigster Vorwand für Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Auch die heutigen Inquisitoren suchen heimlich fieberhaft und hoffen, einen Zipfel von Magie zu finden. Besorgt spürten große Geister die Errungenschaften des Wissens. Ein Mitglied der Gemeinschaft muss für alle neuen Möglichkeiten zugänglich sein. Wenn das Prinzip einer Manifestation gefunden wurde, hängen seine Ausmaße von der Technik ab. So kann Übertragung von Empfindsamkeit die verschiedensten Ausmaße annehmen. Sagen wir, an einem bestimmten Ort muss eine neue Gemeinschaft gegründet werden. Der Ort mag alle erforderlichen Anzeichen bieten, doch umgebende Bedingungen könnten zeitweilig eine ernste Gefahr darstellen. Dann suchen wir einen neuen Ort und übertragen dahin die Möglichkeiten des ersten. In unserem Bewusstsein haben wir uns von den Möglichkeiten des ersten Ortes nicht gelöst, wir erfahren die Wirkung der ersten Entscheidung, indem wir die Fundamente für den künftigen Aufbau legen. Ob sich etwas am fünfzigsten Breitengrad oder zwanzig Grade weiter südlich befinden soll, ist unwesentlich, wichtig ist, die Erleuchtung der Aufbauwilligkeit zu bewahren. Das Märchen von einer unsichtbaren Stadt mit dem Glockengeläute erinnert an den Menschen, der eine wichtige Empfindung, als eine Folge einer Übertragung von Feinfühligkeit, nicht wahrnahm. Vielleicht ist Mein Beispiel für euch noch nicht klar, doch das Prinzip der Übertragungen von Feinfühligkeit kann sich auf ganze Nationen ausdehnen. Durch dieses Prinzip vermag man vielen Gefahren auszuweichen. Wenn man zugeben würde, dass der menschliche Organismus ein sehr mächtiges psychisches Instrument ist, dann wäre es unmöglich, die gleiche Macht dem physischen Apparat beizumessen. Der physische Apparat untersteht jener höheren Energie, die wie psychischen Aufbau nennen. Diese Energie kann qualitativ nur mit dem Licht verglichen werden. Wir haben gerade von der Macht der Strahlen und über deren neue Anwendung gesprochen; dabei kann man die Möglichkeiten des menschlichen Organismus nicht außeracht lassen. Wie können wir die fernen Welten erforschen, wenn wir unseren eigenen Funktionen keine Aufmerksamkeit schenken? Mit Schwierigkeit entdeckt ihr Strahlen, doch studiert ihr deren Wirkung auf das Gehirn und auf andere Zentren?

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