Feurige Welt III, § 436

Über die Vorstellung des feurigen Wirkens herrscht ein großes Missverständnis. Die Menschen meinen, Feurigkeit äußere sich durch heftige Ausrufe und Gebärden, doch es steht fest, dass Feuer völlig anders zum Ausdruck kommt. Erinnert euch, dass der Ausdruck und die Erfüllung bestimmter Wünsche den groben menschlichen Vorstellungen überhaupt nicht entsprachen. Der lauteste und tränenvollste Wunsch wurde nicht erfüllt, doch der ruhige Gedanke fand Erfüllung. Die Feurige Welt ist von irdischen Begierden weit entfernt. Das Element Feuer ist so feinstofflich, dass es mit der Gedankenenergie übereinstimmt. Schon ein Wort kann dem Feuer den Zutritt verwehren. Deshalb beruhten die alten Anrufungen auf Rhythmus, und erst später, im Lauf der Zeit, wurden sie durch Ausrufe und durch Stöhnen entartet. Es wurde auf das Herzensgebet hingewiesen. Man kann mit höchstem Feuer im Schweigen schneller vereint werden als durch wörtliche Bitten. Auf diese Weise möge man lernen, dem höchsten Feuer in allen Lebenserscheinungen nahezukommen.

‹ § 435 · Inhaltsverzeichnis · § 437 ›