Feurige Welt II, § 417

In den alten Prophezeiungen heißt es: ‘Würde sich alles verfinstern, dann bildeten sich die Menschen ein, es sei ihnen alles erlaubt.’ Wirklich, Finsternis treibt die Menschen zum Wahnsinn. Wagemut ist nicht Wahnsinn. Wer wagt, der ist sich der gebotenen Möglichkeiten bewusst; der Wahnsinnige aber widersetzt sich dem Daseinsgesetz. Zwischen Wahnsinn und Wagemut ist die Grenze sehr fein. Um diese Grenzlinie wahrzunehmen, bedarf es der Fackel des Herzens. Wurde der Bereich des Wahnsinns einmal betreten, dann gibt es kaum ein Zurück zum weisen Wagnis. Rischis wagten, Heilige wagten, doch sie ließen keinen Wahnsinn zu; denn er ist vor allem abscheulich. Er führt zur Besessenheit mit all ihren finsteren Folgen. Wie abscheulich ist der Anblick, wenn das besitzergreifende Wesen das feinstoffliche Vehikel aus dem Körper zu drängen sucht! Es gibt keinen abscheulicheren Anblick, als wenn zwei feinstoffliche Körper um eine irdische Hülle streiten.

‹ § 416 · Inhaltsverzeichnis · § 418 ›