Feurige Welt I, § 660

Unterscheidungsvermögen ist eine der am stärksten in Erscheinung tretenden feurigen Eigenschaften. Es ist nicht Gefühlswissen, sondern gleichsam ein Abglanz der Sprache der Feurigen Welt. Wahrhaftig, der Mensch mit geöffneten Zentren urteilt nicht nach Worten, er versteht das innere Wesen der Sprache. Befänden sich alle Gerichte auf solch einer Höhe feuriger Unterscheidungskraft, würden viele Vergehen in ein anderes Licht gerückt. Doch solche Unterscheidungskraft bedarf der Pflege. Sie ist im Geisteskorn eingelagert, doch man muss sie aus dem Hort des Ungeoffenbarten wecken. Deshalb muss das Bewusstsein dringend geschärft werden. Möge sich jeder Nahende als beispielhaftes Gericht offenbaren. Möge man beginnen, nach den Augen zu urteilen; ein anderer dem Klang der Stimme gemäß, ein dritter den Körperbewegungen gemäß. Es ist unwesentlich, womit einer beginnt, weil sich das innere Feuer in allen Nervenzentren widerspiegelt. Und es ist lehrreich zu beobachten, dass Worte oft nicht den inneren Zustand widerspiegeln. Mit Geduld kann man gewaltige Ergebnisse erzielen und Zeichen feurigen Verstehens entdecken. Sicherlich, das wird bloß ein Abglanz der Feurigen Welt sein, aber jeder Funke solcher Erkenntnis ist schon eine Errungenschaft. Beim Eintritt in die Feinstoffliche Welt sollte man sich in erster Linie und mit Entschlossenheit klar vorstellen, dem Lichte entgegen streben zu wollen. Beim Streben nach Vervollkommnung ist die Berücksichtigung jedes Ratschlages äußerst wichtig. Wenn wir diese Erkenntnis bereits auf Erden erlangten, so wird sich dies beim Übergang in die Feinstoffliche Welt sehr segensreich auswirken. Die häufigsten Probleme bei der Anpassung an den neuen Zustand sind Verwirrung und Verzweiflung. Wenn wir uns jedoch dessen bewusst sind, warum und wohin wir gehen wollen, so ist dies bereits eine große Hilfe. Aber die Menschen wollen das Geheimnisvolle und kein unbeschreibliches, alles Bestehende durchdringendes Licht. Glücklich sind jene, die sich ihrer Herzlichkeit wegen nicht zu schämen brauchen. Liebet daher alles, was eure Herzen erhebt.

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