Lasst uns an ein altes chinesisches Märchen über die ‘Entschwundenen Weisungen’ erinnern. Ein Mensch kam an der Wohnstätte von acht Gesegneten vorbei und bemerkte, mit welch seltsamer Beschäftigung sie sich befassten. Einer von ihnen raste hüpfend umher. Als der Passant ihn nach dem Grund solchen Tuns fragte, antwortete er: ‘Ich hasche nach den Entschwundenen Weisungen.’ Ein anderer Gesegneter hielt seine Hände über das Feuer und sprach von denselben ‘Entschwundenen Weisungen.’ Ein dritter stand in einem eisigen Strom und sprach ebenfalls von den ‘Entschwundenen Weisungen.’ Auf diese Weise spannten acht Gesegnete ihre Kräfte im Streben nach höheren Weisungen an. Der Passant dachte bei sich: ‘Wenn sogar jene, die bereits Glückseligkeit erlangt haben, so tatkräftig danach streben müssen, die Weisungen zu erfassen, welch großer Anstrengung bedarf es dann meinerseits, damit der Höhere Wille mir nicht entschwinde!’ Dieser Geschichte kann man mehrere nützliche Begriffe entnehmen. Erstens, der Zustand größter Anstrengung kann gewiss der transzendentalen Aufnahmefähigkeit dienen. Zweitens, Einweihung befreit einen nicht unbedingt von der Gefahr, die Erfüllung der höheren Gebote zu versäumen. Drittens, um Einklang mit der Höheren Welt zu erlangen, muss man alle Arten Anstrengung willkommen heißen. Wie oft blitzen Entschwundene Weisungen im Raum auf und kehren zurück in die Schatzkammer des Unverstandenen! Es ist erstaunlich, welch große Kluft von Herkömmlichem sich auftut, wenn von Entschwundenen Weisungen gesprochen wird: Manch unwissendes Lächeln, manch missbilligender Stolz, manch Beleidigt sein aus Hartherzigkeit. So vernachlässigt jeder auf seine Weise die WEISUNGEN – in den Äther verschwindende, feinstoffliche Weisungen. Auf diese Weise vermag uns ein altes chinesisches Märchen an die Beachtung Entschwundener Weisungen zu erinnern.