Feurige Welt I, § 652

Selbstvervollkommnung ist die schwierigste Heldentat. Die Menschen bringen in diesen Prozess so viel Ungereimtes hinein, so dass die wahre Selbstvervollkommnung getrübt wird. Selbstvervollkommnung wird vor allem vereinfacht, wenn die Hierarchie anerkannt wird. Jeder sollte erkennen, dass die Vervollkommnung des Bewusstseins an sich alle anderen Aspekte der Verbesserung mit einschließt, aber man kann nicht die mechanische Verbesserung der Einzelheiten des Alltagslebens als Vervollkommnung ansehen. Man mag die tödlichste Klinge schmieden können, oder das unheilvollste Gift erfinden; aber solch intellektuelle List kann nicht als würdige Vervollkommnung betrachtet werden. Dennoch, um die Ideen der Höheren Welten zu verstehen, ist es notwendig festzulegen, was Selbstvervollkommnung ist. Wir können zum Entschluss gelangen, wie schön Heldentaten sind, wenn wir erkennen, wofür sie vollbracht werden müssen. Es wird kein Gedanke an Heldentat aufkommen, wenn wir keine Vorstellung davon haben, wie wünschenswert es ist, das Leben zu verbessern. Die Anerkennung der physischen Welt allein kann nicht zur wahren Bewusstseinsentwicklung führen. Betrachten wir die Geschichte der Menschheit. Beachtet, wie kurz die Perioden des Materialismus waren; sie endeten immer in blutigen Konvulsionen. Gewiss, die Denkrichtung führte zur Rebellion, der rechte Pfad ging verloren und die Verbrechen nahmen zu. Selbstvervollkommnung ist nur durch die Bewusstseinsverfeinerung möglich, durch das Verlangen, sich mit würdigen Erscheinungen zu umgeben. Auf diese Weise kann uns das Bewusstsein vor nichtigen und schändlichen Gedanken bewahren. Das Bewusstsein führt zur Feurigen Welt.

‹ § 651 · Inhaltsverzeichnis · § 653 ›