Selbstbeherrschung ist eine sehr komplexe Eigenschaft. Sie umfasst Mut, Geduld und Mitgefühl. Doch Mut darf nicht zum Ärger werden, Mitgefühl sollte nicht an Hysterie grenzen, und Geduld darf keine Scheinheiligkeit sein. Auf diese Weise wird Selbstbeherrschung erschwert, aber für den Eintritt in die höheren Welten ist sie dringend notwendig. Man sollte diese synthetische Eigenschaft mit äußerster Sorgfalt entwickeln. Die Studenten in den Schulen sollten mit den unerwartetsten Umständen konfrontiert werden. Der Lehrer sollte beobachten, inwieweit Eindrücke bewusst in sich aufgenommen werden. Das ist keine strenge spartanische Schulung physischer Ausdauer und Findigkeit, sondern ein Schöpfen aus der Herzenergie, um Dinge mit Würde zu erfassen. Sehr wenige Menschen denken an Selbstbeherrschung. Sobald sie die Grenzen des Gewohnten überschreiten, beginnen sie, eine Reihe seltsamer Regungen zu entfalten, nutzlose Worte auszusprechen und im allgemeinen eine affektierte Haltung des Geistes und des Körpers an den Tag zu legen. Man kann sich vorstellen, wie solche Menschen ihre Fassung verlieren, wenn sie die großen Grenzen überschreiten. Es muss daran erinnert werden, dass beim Nahen an das Licht die Lampe unverschüttet getragen werden muss. Solch leitende Vervollkommnung muss im physischen Zustand erworben werden. Deshalb bitten erfahrene Menschen um Prüfungen, woran sonst könnten sie ihre Stärke messen? Möge jede irdische Tat zum höheren Pfad führen: Möge jeder Gedanke so beschaffen sein, dass er vor der Feurigen Welt wiederholt werden kann.