Feurige Welt I, § 632

Im Erwerb von Eigenschaften kann man sich nicht an ein System oder eine Reihenfolge halten. Wer immer im Herzen das Bedürfnis verspürt, Geduld zu erlangen, möge sich diese Aufgabe stellen. Wer immer danach strebt, Mut zu entfalten, möge diese Erfahrung sammeln. Man kann es niemandem versagen, mitfühlend zu sein oder Mitarbeit zu bekunden. Am schlimmsten sind herkömmliche Zwangsmethoden, die den Schüler veranlassen, nach einer ihm völlig fremden Eigenschaft zu streben, die noch nicht aufgenommen werden kann. In allen Disziplinen der griechischen Philosophenschulen war es untersagt, den freien Willen eines Schülers zu hintergehen. So waren zum Beispiel beleidigende Worte durch gütliches Abkommen, ohne Zwang, untersagt, andererseits könnte ein Mensch gedanklich noch ärgere Beleidigungen aussenden. Man sollte die Anfänger auf die Notwendigkeit hinweisen, ihre Eigenschaften zu verbessern, aber der Vorliebe wegen. Die Feuer des Herzens entflammen die Zentren der Individualität gemäß. Daher sollte man diese feurigen Vorboten schätzen. Man muss begreifen, warum Wir so sehr auf eine natürliche Lebensumwandlung bestehen. Weil andernfalls die Wirkungen der Abweichung von der Natur des Strebens in einer Verletzung sämtlicher Grundlagen endeten.

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