Feurige Welt I, § 592

Böses kann durch Gutes getilgt werden. Diese Wahrheit ist einfach, und dennoch bleibt sie unverstanden. Das Gute im Menschen ist meist zu wenig tätig und bleibt deshalb unwirksam. Man begreift nicht, dass Gutes Böses bannen und sein Vorhandensein beenden kann. Gutes ist das aktivste, lebendigste, unversiegbarste und unbezwinglichste Prinzip, doch in seiner Wirkung frei von Grausamkeit. Darin und ebenso im Freisein von Egoismus und Eigendünkel besteht ein bedeutsamer Unterschied zum Bösen. Entfalten Religionssysteme und ihre Vertreter Grausamkeit, kann es keine Religion sein; denn diese ist ein Bindeglied mit dem Höchsten Guten! Wie kann man sich einen Diener der Religion als grausam vorstellen? Er würde in seiner Grausamkeit zum Feind des Guten. Darüber hinaus würde er damit seine Unwissenheit in bezug auf das Religionsbündnis beweisen. Gutes kann Grausamkeit nicht billigen! Doch in Bestätigung der heiligen Lehre des aktiven Guten muss man sich überlegen, wie man seine Zeit für die Verherrlichung des Guten nutzt. Und solche Verherrlichung wird nicht bloß ein Symbol, sondern das Feuer des Herzens sein. Wollen wir vorankommen, so müssen wir aktive Güte bekunden. Wir müssen begreifen, dass wir an die Stelle eines Abgrunds einen wahren Tempel setzen können. Wir müssen den Abgrund Schritt für Schritt mit Bollwerken des Lichts füllen. Über persönliche Launen hinweg müssen wir Stein für Stein aneinanderfügen. Möge der kleine Planet verbrennen, unseres Vaters Haus hat viele Wohnungen. Jede gute Tat ist eine ewige Errungenschaft. Wenn der Kehricht des Bösen längst zersetzt ist, blühen die Stätten des Guten.

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