Feurige Welt I, § 522

Ziemt es der Menschheit, sorglos zu sein? Manche verwechseln Sorglosigkeit mit dem Verlassen auf die Hierarchie. Sie meinen, weil sie hier geboren wurden, müsste jemand für sie verantwortlich gemacht werden. Aber der große Dienst bedeutet große Besorgtheit. Man kann sich weder einen Tag noch eine Stunde vorstellen, in der ein Mensch sorglos sein, das heißt auf das Denken verzichten könnte. Daher darf Fürsorge nicht als verzehrende Last angesehen werden, sie ist eine auszeichnende Eigenschaft des Menschen. Unter den Vorrechten der Bodhisattwas ist Besorgtheit um alles Bestehende der Edelstein ihrer Krone. In gleicher Weise sollte man Besorgtheit als das Entfachen des Feuers willkommen heißen. Nicht kleinliche Überlegungen, sondern der Gedanke äußerster Besorgtheit schlägt die Funken des Lichts aus dem Herzen. Es ist unklug, den Sorgen auszuweichen, denn man muss mit den Feuern des Geistes voraneilen. Jene, die Sorgen fürchten, bekunden nur dürftige Aufspeicherungen. Der erfahrene Wanderer sagt: ‘ Bürdet Mir Verantwortung auf, wenn ich den Herrlichen Garten betrete.’ Der Mensch, dem die Gabe des Denkens verliehen wurde, hat nicht die letzte dieser Verantwortungen übernommen. Es heißt, das Lächeln eines Reichen ist von geringerem Wert, aber der Arme, der sein Lächeln bewahrte, wird zum Gefährten Gottes. Auf diese Weise versteht das Volk den Wert eines Lächelns inmitten von Sorgen. Ich rate euch, zu erkennen, dass die Sorgen nicht verringert werden können. Nur so erkennen wir, dass Freude eine besondere Weisheit ist.

‹ § 521 · Inhaltsverzeichnis · § 523 ›