Die Befreiung von Furcht erfolgt nicht, indem man im Einzelfall davon überzeugt ist. Im Gegenteil, solche Suggestionen verdrängen das Gefühl nach innen, und es wird sich bei nächster Gelegenheit mit voller Kraft wieder einstellen. Außerdem wird sich der Schreck dem Druck der künstlichen Suggestion gemäß steigern. Gebannte Furcht ist ein äußerst gefährlicher Gefangener, und sich von der Furcht zu befreien, ist wichtig – so verkünden es alle Lehren. Furcht kann durch Vergleiche ausgemerzt werden. Weist einen vom Feuer bedrohten Menschen auf den Schrecken hin, sich Raubtieren gegenüber zu sehen, und er wird sagen: ‘Wilden Tieren wüsste ich zu entkommen, aber wie kann ich diesem Brand entkommen?’ So sammelt alle möglichen Fälle von Furcht, und sie werden nacheinander abfallen wie welke Blätter. Ebenso sollte man völlige Relativität aufbieten, um sich an die Unbegrenztheit der Feurigen Welt zu gewöhnen. Die Anziehung an die Erdkruste schafft eine trügerische Sicherheit; das erklärt das Haften der menschlichen Wesen an der irdischen Welt. Es ist völlig richtig, dass man gerade hier viele Gefühle vertiefen und die Grundlage zur Aufnahmefähigkeit schaffen sollte, um den feurigen Wellen leichter folgen zu können. Aus diesem Grund ist irdische Spezialisierung nicht so wertvoll wie die Aufnahmefähigkeit und das Erfassen. Ist es nicht erstaunlich, dass sich die Trennlinien der Sphären der Feinstofflichen Welt nicht mit den auf der Erde herkömmlichen Klassenordnungen decken? In der Feinstofflichen Welt kann man auf eine ganz unverhoffte Auswahl von Nachbarn treffen. Solch eine Überraschung droht aber nur jenen, welche mit den irdischen Überbleibseln belastet hinübergehen. Doch wer seine geistigen Kriterien verfeinert hat, dessen Erwartungen werden sich erfüllen.