Feurige Welt I, § 499

Liegt der Furcht vor dem Feuer nicht die Tatsache zugrunde, dass das physische Auge nur seinen zerstörerischen Aspekt wahrnimmt, während es seine feurige Schaffenskraft im dichtphysischen Zustand nicht erkennt? Man muss den Menschen mit eigener Überzeugung kundtun, dass aufgrund ihres ganzen Wesens ihr einziger Pfad in Richtung Feuer liegt. Kann ein Arzt, der seinem Patienten gegenüber Abneigung verspürt, ein guter Arzt sein? Oder wird der Krieger, dessen Geist vor Furcht erbebt, siegreich sein? Wir sollten uns daher die höchste Aufgabe stellen, und auf diese Weise werden wir der Übergangsstufen nicht gewahr werden. Jedes Element schließt vor allem Furcht aus. Die Furcht augenblicklich zu bewältigen, bedeutet nicht, sie auszumerzen. Wir dürfen nicht wie kleine Kinder heute mutig sein, morgen aber vor Furcht über ein nichtiges Phantom zittern. Auch dem Verwöhnten dürfen wir nicht gleichen, der heute ein kühnes Abenteuer sucht und sich morgen in Federkissen vergräbt. Stehen wir nicht unter der Drohung von morgen, denn von allen Elementen duldet vor allem AGNI keine Furcht. Wir dürfen AGNI nicht als Zerstörer verstehen, sondern als Schöpfer. In diesen zwei Aspekten von AGNI liegt der wahre Prüfstein unserer Natur.

‹ § 498 · Inhaltsverzeichnis · § 500 ›