Feurige Welt I, § 490

Es kann nicht bezweifelt werden, dass bei Gedankentätigkeit der Aufwand an innerer Energie weit größer ist als bei physischer Arbeit. Diese Tatsache möge in den Grundlagen der Kultur verankert werden. Ebenso ist es an der Zeit, zu erkennen, dass Vitamine und viele andere Substanzen nur dann wirksam werden, wenn sie mit der feurigen Energie des Menschen in Berührung kommen. Auch diese verspätete Entdeckung möge zum Zeugnis für die feurige Energie des Menschen werden. Das Streben entlang dem Pfad der Entdeckung der Eigenschaften der menschlichen psychischen Energie wird den Lebensaufbau bieten. Man sollte aufmerksam beobachten, in welchem Grad der Mensch selbst sogar die stärksten Substanzen umwandelt. Vergleichen wir die Wirkungen von Medizinen, die in gläubigem Vertrauen eingenommen werden, mit solchen, wo dies mit Abscheu erfolgt. Wir haben es oft erlebt, dass eine unter suggestivem Einfluss eingenommene Medizin eine gegenteilige Wirkung auslöste; dass Wasser die mächtigsten Eigenschaften medizinischer Bestandteile annahm. Doch kein äußerer Wille bewirkte diese Verwandlungen. Der Wille lenkte die feurige Energie bloß, und im Schmelztiegel des Feuers erfolgte die Umwandlung. Wir müssen begreifen, dass wir durch das Verstehen der feurigen Energie selbst unsere Macht bejahen. Es kann nicht deutlicher gesagt werden, als dass der Mensch als Ebenbild des Höchsten geschaffen wurde, womit auf das Vorhandensein der höheren Energien hingewiesen wird. Aber es wurde nicht gesagt, dass der Mensch diese Energien nur durch künstliche Übungen nutzen kann. In der menschlichen Natur sind Energien eingelagert, die unter den natürlichen Daseinsbedingungen wirken müssen. Das führt uns wieder zum Lebensaufbau. Da Magie der künstlichen Mittel bedarf, ist sie für die Lebenserneuerung ungeeignet. Die natürliche Entwicklung des Geistes und die Erkenntnis der Feurigen Welt werden die einfachste Lösung für die Bestrebung der Menschheit sein. So heißt es auch mit Recht, dass Luxus der Gegensatz von Schönheit ist. Luxus ist eine Art Magie, aber wo es Schönheit gibt, bedarf es keiner Magie.

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