Feurige Welt I, § 472

Armselig ist ein Handwerksmeister, der vom Reichtum der Natur keinen Gebrauch macht. Für den geschickten Holzschnitzer ist ein krummer Baum ein wahrer Schatz. Ein geschickter Weber nutzt jede Stelle, um seinen Teppich zu verzieren. Der Goldschmied freut sich über jede ungewöhnliche Metalllegierung. Nur den mittelmäßigen Handwerker stört alles Ungewöhnliche. Nur eine armselige Vorstellung gibt sich mit den Beschränkungen durch andere zufrieden. Der wahre Meister entwickelt in sich großen Scharfsinn und Findigkeit. Der gesegnete Zauber seiner Fertigkeit bewahrt den Meister vor Entmutigung. Sogar die Nacht bringt dem Meister keine Dunkelheit, sondern allein eine Vielfalt von Formen des einen Feuers. Keiner kann einen Meister zu ziellosen Spekulationen verleiten; denn er kennt die Unerschöpflichkeit der Seinssubstanz. Im Namen dieser Einheit sammelt der Meister jede Blüte und schafft eine ewige Harmonie. Er bedauert die Verschwendung jeden Materials. Jedoch Menschen, fern der Meisterschaft, verlieren die besten Schätze. Sie sprechen die schönsten Gebete und Anrufungen nach, doch diese zersplitterten und unerkannten Rhythmen werden wie Staub hinweggetragen. Die Bruchstücke des Wissens verwandeln sich in toten Wüstenstaub. Das menschliche Herz kennt das Feuer, aber der Verstand sucht diese offenbare Weisheit zu trüben. Die Menschen sagen: ‘Der Zorn hat ihn verzehrt’, oder ‘er welkt aus Neid dahin’, oder ‘er war vom Wunsch entflammt.’ In vielen solchen Ausdrücken beweisen die Menschen treffend und klar ihre Kenntnis von der Bedeutung des Feuers. Doch diese Menschen sind keine Handwerksmeister und sind immer bereit, die für sie selbst so nötigen Perlen sinnlos zu verstreuen. Man kann die menschliche Freigebigkeit, welche die Schätze des Lichts verstreut, nicht begreifen. Die Menschen lassen keine Gelegenheit zur Verneinung verstreichen. Sie sind bereit, alle Feuer um sich herum auszulöschen, nur um zu erklären, in ihnen gäbe es kein Feuer. Jedoch die Feuer zu verlöschen und der Finsternis Eintritt zu gewähren, ist der Schrecken der Unwissenheit.

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