Feurige Welt I, § 456

Gehen auf dem Wasser, oder Sitzen auf dem Wasser sowie das Durchschreiten von Feuer sind beachtenswerte Beweise der Gedankenkraft. Lasst uns erklären, wie das Sitzen auf dem Wasser erreicht wird. Natürlich muss der Körper durch vegetarische Ernährung sowie durch Entzücken des Geistes geläutert werden. Aber zudem sollte man schwimmen und auf dem Wasser schweben können, um sich noch stärker vor der Schlange des Zweifels zu schützen. Ein seichtes, ruhiges Wasser wählend, setzt sich der Yogi auf eine vorbereitete, leichte Stütze aus Holz, so dass ihm das Wasser bis zur Taille reicht. Dann konzentriert er sich mit Hilfe des Rhythmus von Prana-Yama und erhebt seine Gedanken zu dem Höchsten – dem Unnennbaren. So können mehrere Tage zwischen dem Ausruhen und der Annäherung an seine geistige Erhebung zugebracht werden. Schwinden die Gedanken irdischer Anziehung, verliert der menschliche Körper seine Schwere. Der Yogi erhebt sich vom Wasser und die hölzerne Stütze flutet hinweg. Kann die ursprüngliche Höhe des Gedankens beibehalten werden, bleibt die Körperlage unverändert. Zudem kann man leuchtende Ausstrahlungen des Körpers wahrnehmen, die, wie eine alte Redensart besagt, den Menschen mit dem Himmel vereinen. Der einzige entscheidende Faktor bei diesem Experiment ist die Beschaffenheit der Gedanken. Ein unreiner Mensch vermag unmöglich auf dem Wasser zu sitzen, ebensowenig kann die Unverletzlichkeit durch Feuer ohne bestimmten Rhythmus und Erhebung erreicht werden. Wer kann bestimmen, wieviel Zeit für vorbereitende Beherrschung des Körpers und des Geistes erforderlich ist, um solch eine Erhebung des Gedankens zu erlangen? Das Maß an Geduld, Ausdauer und Entschlossenheit unterscheidet sich unendlich, und außerdem sind bestimmte Einwirkungen kosmischer Verhältnisse Voraussetzung. Auch sollte man nicht lächeln, wenn es heißt, dass um den Vollmond die Bedingungen günstiger sind.

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