Feurige Welt I, § 421

Gelöbnisse unterschiedlichster Natur sind von verschiedenen Lehren gutgeheißen worden. Jedes Gelöbnis ist vom Standpunkt der Disziplin her äußerst nützlich. Für die Menschen ist es schwierig, daran zu glauben, wie notwendig solche Beherrschungsübungen für künftige Errungenschaften sind. Ein Gelöbnis verkürzt viele Pfade der Liederlichkeit. Mangelnde Urteilskraft und unverantwortliche Liederlichkeit haben in der Feinstofflichen Welt äußerst bedauerliche Folgen. Sie gleichen dem kindlichen Spiel mit dem Feuer. Man sollte stets die Gefahr der Liederlichkeit bedenken. Die Liederlichkeit erst in der Feinstofflichen Welt loswerden zu wollen, ist qualvoll. Es ist besser, sich hier durch verschiedene nützliche Gelöbnisse zu prüfen. Die Menschen befinden sich oft in einer lächerlichen Lage, wenn sie Gelöbnisse erst in Gefahr eiligst ablegen. Die Alten zeigten für Gelöbnisse im Namen des Höchsten mehr Verständnis; sie stärkten auf diese Weise ihren erhabenen und feierlichen Geisteszustand. Das war weder Aberglaube noch ein Handel mit den Höheren Kräften, sondern das zu neuer Freiheit führende Entzücken des Geistes.

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