Feurige Welt I, § 288

Der Lehrer freut sich über die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Die Ablehnung kollektiver Arbeit bedeutet Unwissenheit. Nur eine erhabene Individualität wird in sich das Maß kollektiver Begriffe finden. Solange die Persönlichkeit die Gemeinschaftsarbeit scheut, ist sie noch keine Individualität und verharrt noch in der stickigen Atmosphäre der Ichsucht. Allein die wahre Erkenntnis der Unzerstörbarkeit der Freiheit gestattet den Anschluss an kollektive Arbeit. Nur durch solch wahre gegenseitige Achtung können wir die Erkenntnis harmonischer Arbeit, anders gesagt, das wirksame Gute erlangen. In diesem Guten wird das Feuer des Herzens entzündet; daher ist jede harmonische Arbeit so freudvoll. Solche Arbeit steigert die psychische Energie außerordentlich. Möge das Werk sich wenigstens in kurz vereinter Arbeit vollziehen; wenn auch zuerst in kurzen Zeitabschnitten, doch es muss in völligem Einklang und auf Erfolg bedacht sein. Am Anfang ist infolge Mangel an Einigkeit Ermüdung unvermeidlich, doch später wird die aufeinander abgestimmte kollektive Kraft die Energie verzehnfachen. So kann man sogar in kleinen Kerngruppen den Prototyp des Weltfortschritts vorantreiben.

‹ § 287 · Inhaltsverzeichnis · § 289 ›