Erleuchtung, § 90

1924 – I – 7

Die Dichte der Materie verhindert jedwede geistige Erfahrung. Dies trifft nicht nur auf die Menschen zu, sondern auf die gesamte Natur. Um Zugang zum Geist zu erhalten, muss die Materie geschmolzen werden. Beim Schmelzen entsteht ein besonderes Gas, das sich der Substanz des Geistes anpasst. Beim Menschen sondern die Nervenzentren bei jeder Ekstase von Glückseligkeit oder auch von Leid ein Gas ab. Somit entsteht bereits ein Laboratorium des Geistes. Deshalb nennt man ein Missgeschick eine Heimsuchung Gottes. Jedes schläfrige Leben führt zum Tod des Geistes. In der Natur zeigen sich Ekstasen als Gewitter, Erdbeben, Vulkane und Fluten. So beginnt die Werkstatt des Geistes zu arbeiten, deshalb sind alle Funken von Ekstasen gesegnet. Die geschmolzene Materie lässt Verbesserungen zu, und es ergeben sich neue Zusammensetzungen. Anstelle von langwierigen Forschungen genügt es, die Elemente in Unseren Spiegeln zu reflektieren und neue Formeln anzulegen. Dann verbleibt noch der zweite Teil der Arbeit, sie geduldig und zur rechten Zeit den Menschen zu übergeben. Über die Feuer der Ekstase wandert Unser Strahl, im Herzen anklopfend. Wo ist das Glück oder das Missgeschick, das den Zutritt öffnet? Die geschmolzene Materie berührend, fühlte ihr den Puls der Erde, und das Herz muss der Schwerkraft widerstehen. Jene, die an diesem Werk teilhaben wollen, müssen ihr Herz sehr schonen. Deshalb sage Ich, schützet das Herz, alles andere ist leicht zu reparieren. Es stellt die Materie dar, während die Nerven dem Geist untergeordnet sind. Auf das Klopfen des Geistes öffnet sich die Tür des Sonnengeflechtes, doch jeder Schlag der Materie trifft das Herz. Jeder, der mit den Formeln der Materie in Berührung kommen will, muss sein Herz schonen. Unsere Medizin lehrt, wie man durch Atemübungen das Herz stärken kann, doch darüber ein anderes Mal.

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