Erleuchtung, § 325

1925 – V – 8

Stellen wir uns einen Menschen vor, der von dem Gedanken erfüllt ist, dass seine Augen verschieden seh’n. Natürlich wird er Recht haben, doch gerade durch diesen Gedanken kann er seine Sehkraft zerstören. Das richt’ge Zusammenwirken der Reflexe ist schwierig, doch nur dadurch ist erfolgreiches Funktionieren des Apparates gesichert. Die Schärfe des Bildes hängt von der Verschiedenheit der Augen ab. Ebenso können zwei verschiedene Aspekte der Wahrheit in einem gesunden Organismus zusammenwachsen. Jemand, der von verschiedenen Gesichtspunkten der Wahrheit ergriffen ist, gleicht dem Menschen, der über die Verschiedenheit seiner Augen nachsinnt; er verliert die Klarheit der Vorstellung.

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