Erleuchtung, § 264

1925 – I – 7

Ich möchte von zwei Feldherren Akbars erzählen: Einer von ihnen erhielt sehr ausführliche, der andere nur sehr kurze Weisungen. Da wandte sich der zweite an Akbar und fragte: ‘Warum habe ich keine ausführlicheren Weisungen verdient, wo ich so viele Siege errungen habe?‘ – Akbar antwortete: ‘Deine rasche Auffassungsgabe hat Mir lange Erklärungen erspart. Möge jeder von dir gewonnene Augenblick mit den schönsten Perlen gewürdigt werden.‘ Groß ist die Freude jener, die begreifen können und den Trank aus der Quelle bewahren. Das Wesen der Lehre kann man mit bestimmten Phasen eines Kampfes vergleichen. Ich will es nicht verheimlichen, dass nach einem Erfolg immer finstere Gerüchte durchsickern. Man muss diesen Geschossen Zeit lassen, vorbeizufliegen, vor allem, wenn die Festung auf der Landkarte des Feindes eingezeichnet ist. Wenn die Geschosse den Boden ringsherum aufwühlen, wird er für die künftigen Fundamente schon vorbereitet sein. So kann derjenige, der Geduld hat, die künftigen Grundlagen schaffen. Wenn wir uns in Stille vereinigen, wird der Bund gefestigt. Geistiges Wachstum kennzeichnet eine neue Stufe der Entwicklung und wir kennen bereits die ausgesuchten Feinde. Doch hinter uns werden neue Kräfte aufgeruf’n, und deshalb brauchen wir keine alten Wege.

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