1924 – IX – 7
Der Gesegnete erzählte folgendes Gleichnis über das Rad des Gesetzes: Zu einem geschickten Schreiber kam ein ehrenwerter Mann und beauftragte ihn, eine Bitte an Gott abzuschreiben, wozu er genügend Pergament mitbrachte. Gleich danach kam ein anderer mit dem Ersuchen einen Brief abzuschreiben, der viele Drohungen enthielt. Er übergab dem Schreiber ebenfalls ein Pergament und bat, die Arbeit bald fertigzustellen. Um dem Wunsch des zweiten nachzukommen, nahm der Schreiber dessen Arbeit zuerst in Angriff, verwechselte in der Eile jedoch die beiden Pergamente. Der Auftraggeber des Briefes, in dem die Drohungen enthalten waren, zeigte sich mit der Arbeit sehr zufrieden und eilte schnell davon, um seinen Zorn auszulassen. Dann kam der erste Auftraggeber, sah auf das Pergament und fragte: ‘Wo ist das Papier, das ich dir brachte?‘ Als er erfuhr, was sich zugetragen hatte, sagte er: ‘Das Pergament, das für die Gebete bestimmt war, trug den Segen der Erfüllung, wogegen das für den Drohbrief bestimmte Papier diese Wirkung nicht hatte. Unzuverlässiger Mensch, da du die Reihenfolge vertauschtest, hast du dem Gebet, die einem Kranken helfen sollte, die Kraft entzogen. Nicht genug dessen, setztest du die Drohungen in die Tat um, die voll unerhörter Folgen sein werden. Die Arbeit des Archaten, der mein Pergament segnete, das dem Übel seine Kraft entziehen sollte ist zunichte gemacht. Du hast einen boshaften Fluch in die Welt gesetzt, der unweigerlich auf dich zurückkommen wird. Du hast das Rad des Gesetzes vom Weg gestoßen und dieses wird dich nicht vorwärtsbringen, sondern deinen Weg durchkreuzen.‘ Schreibet Gesetze nicht auf totes Papier, das der erste Dieb davontragen kann. Traget die Gesetze im Geist, und der Atem des Wohlwollens wird das Rad des Gesetzes vor euch hertragen und euren Pfad erleichtern. Die Unzuverlässigkeit eines Schreibers kann eine ganze Welt ins Unglück stürzen.