1924 – VIII – 16
Für einen entwickelten Geist könnte sich der Zwischenaufenthalt in der Astralebene auf vierzig Tage beschränken, doch die verschiedenen irdischen Zustände verlängern diese Zeit um Jahrtausende. Missgeschick und Gram binden die Scheidenden an die Erde. Das beste Beispiel dafür finden wir in der biblischen Legende von Lot und seiner Frau. Sie verließen die Stadt, um ein neues Leben zu beginnen, und nur eine Bedingung wurde ihnen gestellt – nicht zurückzublicken! Doch die Frau Lot schaute zurück und band sich neuerdings an die Erde. Die Religion sagt: Wer sich zu den Vätern begibt, wird bei ihnen wohnen. Wer zu den Engeln geht, wird bei diesen wohnen, wer zu Gott geht, wird bei Ihm sein. Das heißt, wer sich für den größtmöglichen Fortschritt entschieden hat, wird das höchste Ziel erreichen. Daher gilt für den von der Erde Scheidenden als bestes Geleitwort: Beeile dich und blicke nicht zurück. Wie verhält es sich nun mit den uns Nahestehenden? Je höher man steigt, umso besser und näher wird man sie seh’n. Natürlich wird man zumeist von den letzten Nahestehenden aufgehalten, deshalb hängt die Verkürzung des Aufenthaltes auf der astralen Ebene von der richt’gen Zusammenarbeit mit den Meistern der Weisheit ab. Je höher man steigt, desto angenehmer ist auch der Aufenthalt an der Grenze zur Mentalebene, wo der Geist ausruh’n kann, denn dort unterliegt er bereits einer höheren Anziehungskraft. Die unteren Ebenen muss man bewusst meiden. Es ist notwendig, dass der Schub des Bewusstseins das Geisteskorn so weit wie möglich aufwärts treibt. Darum ist der Augenblick des bewussten Hinübergehens so wichtig, um auf eine möglichst hohe Ebene zu gelangen. Es ist sehr schwierig aufzusteigen, wenn man in nied’ren Schichten haften bleibt. Wenn es der Geisteszustand zulässt, ist es besonders gut, das letzte Aufflammen der Strahlkraft der Nerven für den Flug aufzuwenden; denn dadurch wird der Aufenthalt in den untersten Stufen seltener. Es ist wichtig, die Atmosphäre der nied’ren astralen Schichten aufzulösen, damit sie nicht auf die Erde drückt. Eine Zusammenarbeit zwischen oben und unten erzeugt das schnellste Resultat. Das unbewusste Hinübergehen wurde bereits richtig vermerkt. Dem kann man leicht abhelfen. Wenn der Wunsch nach einem hohen Flug schon vorher fest lag, dann wirkt der Reflex der Nerven fast automatisch. Sehr gut sind Gebete für umherirrende Seelen, doch wäre es falsch, von ewiger Ruh’ zu sprechen. Es ist richtiger zu sagen: Beeile dich! Jeder sollte dies lesen und es sich merken. Man hilft damit nicht nur sich selbst, sondern auch dem Plan der Welt.