Erleuchtung, § 202

1924 – VII – 13

Durch Opfer erhält man Macht. Opfer bringt Erfolg. Unsere Lehre wird dauerhaft bestehen, da sie auf Opfer beruht. Erfolg ist nichts anderes als das Ergebnis von Opfer. Der Erfolg kann zwar als Kredit vor dem Opfer gewährt werden, aber das Los eines Schuldners ist unerbittlich. Was man heute mit einem kleinen Betrag zurückzahlen könnte, wird in einem Jahr eine gestiegene Summe sein. Mit jedem Jahr das verstreicht wird ein Schuldner mehr belastet. Ich will eine Parabel anführen: Ein Angeklagter hatte sein Verbrechen nicht gestanden. Zu Hause erhielt er dann unerwarteten Reichtum. Das Geräusch jedes sich nahenden Schrittes ließ ihn über Begnadigung nachdenken. Er sandte einen Boten an den Richter, dass er seinen Reichtum für eine Begnadigung hergeben möchte. Er wusste nicht, dass er durch ein einfaches Geständnis frei gewesen wäre und ihm dadurch sein Reichtum erhalten geblieben wäre. Manchen Menschen fällt es leichter im Gefängnis zu sitzen, anstatt ein erlösendes Geständnis auszusprechen. Wenn ein Richter Freiheit schenken soll, muss er das erlösende ‘ja‘ hören. Habet den Willen, zuzugeben.

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