Erleuchtung, § 192

1924 – VII – 3

Eine Parabel über CHRISTUS: Der Abend war angebrochen, und CHRISTUS saß auf der Schwelle des Hauses. Ein Schriftgelehrter trat herbei und fragte: ‘Warum sitzt Du auf der Schwelle?‘ CHRISTUS antwortete: ‘Ich bin die Schwelle zum Geist, wenn du eintreten willst, so schreite über Mich.‘ Ein anderer Schriftgelehrter fragte: ‘Ist es wahr, dass der Sohn Davids auf dem Platz der Hunde sitzt?‘ CHRISTUS antwortete: ‘Wahrlich, du schmähst Meinen Vater David.‘ Es wurde dunkel, und der dritte Schriftgelehrte fragte: ‘Warum sitzt Du da, als ob Du Dein Haus fürchten würdest?‘ CHRISTUS antwortete: ‘Ich warte, bis die nächtliche Dunkelheit Mich von deinem Anblick befreit. Wahrlich, Finsterer verschwinde in die Finsternis.‘ Dann stand Er auf und wies auf den Berg Morya, auf dem sich ein Tempel befand. ‘Mein Großvater ließ einen Tempel aus Stein errichten, dennoch sitzt Er unter dem Leinen eines Zeltes.‘ Der Schriftgelehrte sprach: ‘Ein Wahnsinniger, er zählt Salomon noch zu den Lebenden.‘ Und sie trennten sich in Unwissenheit. Da trat Maria aus dem Haus, und als sie CHRISTUS sah, sprach sie: ‘Lehrer, teile das Abendbrot mit uns!‘ CHRISTUS antwortete: ‘Die Gabe des Herzens strahlt in der Dunkelheit.‘

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