1924 – VI – 19
Die Parabel vom Fragenden: ‘Dgul Nor zählte zu den großen Weisen. Er hatte das Glück, einen Lehrer aus dem Heiligen Land zu erhalten. Er selbst war der Sprache und der rechten Hand beraubt. Ein strebsamer Schüler stellt eine Frage, und der Lehrer nickte mit dem Kopf. Nun stellte der Schüler zwei Fragen, und der Lehrer nickte zweimal. Bald stellte der Schüler ununterbrochen Fragen, und der Lehrer nickte unaufhörlich. Die Befragung dauerte drei Jahre, und drei Jahre lang nickte der Lehrer. ‘Das heißt, Deiner Erfahrung nach ist alles möglich?‘ Und der Lehrer nickte nicht nur, sondern verneigte sich bis zum Boden, enthüllte seine Brust und zeigte das Bild des Gesegneten, der mit beiden Händen Segen spendet.‘ So wurde die Weisheit bestätigt und die schöpferische Kraft des Lebens gepriesen. Wahrlich, in einem einzigen Seufzer begreifen wir den Weltenraum, und kein Wort kann das Unendliche ausdrücken, und kein Gedanke kann das Licht erfassen. Doch wenn man bei Sonnenaufgang – das Gesicht der Sonne zugewendet – den Strahl mit dem Sonnengeflecht aufnimmt, kann man den Sieg über den Ozean fühlen, denn durch das Licht kann man das Licht des Geistes berühren. Doch dieses Bewusstsein ist nur in dem Geist vorhanden, der sagen kann: ‘Ich habe alles abgegeben, um alles zu empfangen.‘ So ist dies keine Verneinung, sondern eine Bestätigung, welche die Hand Buddhas über sich weiß.