1924 – III – 18
Visionen sind real wie die Television. Man kann sie für wirklicher halten als die physische Welt. Es ist nur eine Frage, aus welcher Quelle sie kommen, doch der Geist wacht darüber. Auf eine gute Anfrage wird eine gute Antwort erfolgen. Ich will etwas sehr Wichtiges sagen: Die Menschen erforschen die Visionen zu wenig. Nach dem Charakter der Vision kann man die beste Geschichte des Intellekts niederschreiben. Aus den groben Erscheinungsformen der Visionen erkennen wir sogar, um welche Periode es sich handelt. Natürlich haben Visionen von feinfühlenden Geistern charakteristischere Formen. Als die Menschen anfingen, in Christus einen unerreichbaren Abgott zu seh’n, begann eine Periode von Christusvisionen in höchst realistischen Formen. Er zeigte sich den Menschen als Nahestehender und trat in ihr Leben ein. Kurz gesagt, auf jeden allgemeinen Irrtum folgt die Richtigstellung. Zur Zeit der Erniedrigung der Frau kann man das Erscheinen der himmlischen Mutter verfolgen. Jetzt, da eine zusammenhängende Kette zwischen Erde und Himmel aufgezeigt werden muss, gibt es eine Flut von Erscheinungen auf den verschiedenen Ebenen. Nach dem heiligen Augustinus begann die Kirche in die Dunkelheit des Mittelalters zu versinken, und Christus wurde hinter goldene Gitter gesperrt. Um diese zu sprengen, nahm Christus-Jesus nied’re Gestalten an, nur um die Größe der Verbindung der Einheit wieder zu offenbaren. Die Weisheit des Altertums enthielt alles, was für die Welt erforderlich war. Natürlich gibt es nur einen Weg aus der Einen Quelle. Wie die höchsten Geister, so kennen auch die feinfühligen, irdischen Apparate diese Einheit. Und die Welt der Höheren Realität strahlt im Wirbel der Drehung der Planeten, welche die Teile des Geistes herbeiziehen. In Zukunft wird das Gleichgewicht zwischen Geist und Materie eine klare Sicht ermöglichen. Aber derzeit kann man nur Splitter wahrnehmen. Deshalb schützten die Alten das natürliche Fernrohr so behutsam. Die stärksten Teleskope waren Frauen. Und die erste Bedingung für einen guten Empfang war Ruhe.