1924 – III – 3
Weder Abhandlungen noch Logik, sondern der Kanal des Geistes vermittelt das Wesen des Universums. Die gegenwärtige Lebensweise entfernt die Menschheit von jedwedem Verstehen um die Lenkung der Welt. Die Möglichkeit, die überirdischen Sphären zu schauen, bekundet sich besonders an der Grenze zwischen Schlaf und Wachbewusstsein. Wer diesen heiligen Moment zu schätzen weiß, hat bereits einen Zipfel vom Schleier gelüftet. Nicht die Vision, sondern das Bewusstsein ist wichtig. Nicht das durch Übungen Erzwungene, sondern das, was sich frei äußert, ist wertvoll. Die sich nähernde Zeit muss jedem empfindsamen Geist einen Dreifuß der Pythia schaffen, eine Art ‘Demokratisierung der Merkmale der Aristokratie.‘ Jeder trägt unvermeidlich in seinem Busen eine Waage der Gerechtigkeit und wiegt augenblicklich das für sich ab, was ihm gebührt. Dies entspricht der Neuen Zeit und findet in den Gefühlen des Menschen leicht Anklang. Wenn man den Ablauf menschlicher Gedanken kennt, ist es leicht, die Folgen vorauszuseh’n.