Bruderschaft II, § 72

Urusvati kennt Unsere Zusammenkünfte zur Konzentration des Willens. Der Wille eines jeden von Uns ist genügend diszipliniert; es treten jedoch Erscheinungen auf, die eine gemeinsame Konzentration erfordern, und dann raten Wir allen Nächsten zur Gelassenheit. Wir wissen, dass ein solcher Rat schwer in die Tat umzusetzen ist, doch ist Gelassenheit mitunter besonders notwendig. Jede Unruhe in den Auren der Nächsten ist für den gemeinsamen Zustand der Konzentration schädlich. Man wird sagen: Wie kann es Gelassenheit geben, wenn die Welt erschaudert? Gerade wenn die Welt sich in einer besonderen Anspannung befindet, ist eine ungewöhnliche Gelassenheit erforderlich. Die Probleme lassen sich dann bereits nicht mehr mit gewöhnlichen Mitteln lösen. So ist es notwendig, aus tief verborgenen Reserven die gesamte uranfängliche Energie hervorzurufen. Man muss das Bewusstsein völliger Unanfechtbarkeit manifestieren, auf der nämlich die Gelassenheit gründet. Es gibt jedoch viel irdische Ungeduld; sie bohrt sich, Pfeilen ähnlich, in die Konzentration. Wenn ihr damit beginnt, diese Pfeile zu vernichten, so werdet ihr eure Aufmerksamkeit vom Wichtigsten ablenken. In der entscheidenden Zeit wird es das Wichtigste sein, sich Unserer Konzentration anzuschließen. Mitunter sagen wir: Seid zu Uns mit aller Kraft bestrebt. Für Unwissende wird solch ein Ruf absurd sein, doch die Wissenden werden verstehen, wieviel Dringlichkeit darin liegt. Es ist nicht leicht, sich auf einen einzigen Gegenstand zu konzentrieren. Über viele Jahre hinweg arbeiten die Menschen daran, diese Eigenschaft in sich zu entwickeln, doch in einer Stunde höchster Anspannung kann eine kleine Fliege die Bestrebung stören. Alle haben Wir einmal solche Übungen durchschritten. Ihr Erfolg hängt nicht von besonderer Begabung ab, sondern von angespanntem Wünschen. Jeder möge es versuchen, zu seinem Lehrer zu streben, doch so zu streben, dass er dabei alles ihn Umgebende vergisst. Es unbeachtet zu lassen, ob es Tag oder Nacht, warm oder kalt ist, schnell oder langsam vorangeht – dies alles liegt in der Macht des Menschen. Und solche Bestrebung ist Uns entschieden nützlich, da sie Ströme im Raum verursacht, die sich Unseren Strömen anschließen. Stellt euch vor, welch mächtige Entladungen bewirkt werden, wenn man solche Gedanken von mehreren Ländern aussendet! Wir sagen den Menschen: Äußert keine persönlichen Bitten; Wir wissen, was ihr benötigt. Die Menschen können sich nämlich nicht auf das Wichtigste konzentrieren, und solche Bitten sind nur hinderlich. So werden Wir alles tun, was möglich ist, und die Menschen mögen Uns ihren guten Willen senden. Wir beklagen Uns nicht über jene, die sich in der Auswahl ihrer Wünsche verlieren, sondern raten nur zu einer einfachen Methode, um aus dem irdischen Labyrinth herauszukommen, und die besteht im Herzensstreben zu Uns. Möge es eine schweigende Bestrebung sein. Möge das Herz das Zeichen geben. Alle haben Wir solche Zeiten der Bestrebung durchlebt und können daher sagen: Je stärker sie ist, umso besser. Solche Bestrebung bildet eine Verdichtung des Blutes, was wohltuend sein kann, wenn dieser Vorgang auf Gelassenheit basiert. Wenn aber eine solche Gelassenheit nicht gegeben ist, muss man sie über Willensenergien aufbauen. Jeder Mensch kann erkennen, dass sich die Ereignisse seines Lebens nicht so gestaltet haben, wie er es vorher vermutet hatte. Oft kann man die Spuren höchsten Einflusses finden. Wenn man diese Einwirkungen mit Eigeninitiative verbindet, so wird man Harmonie erreichen. Der Mensch wird fragen: Seid Ihr immer mit uns? Wir können immer mit euch sein, wenn euer Wunsch danach vorhanden ist. Wir sprechen von vielen Eigenheiten Unseres inneren Lebens zu euch. Wir selbst haben alle Schwierigkeiten durchschritten, und wenn Wir uns zum Schlafe legten, so wussten Wir nicht, ob Wir am nächsten Morgen erwachen würden. Jeder von Uns hat es gelernt, unerschütterlich den Pfad des Lehrers zu gehen. In den schwersten Tagen spricht der Lehrer: Denkt daran, dass ihr glücklicher als viele andere seid. Lasst uns dankbar sein.

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