Urusvati weiß, dass ein Tatmensch einem fürsorglichen Gärtner gleichen sollte. Es ist nicht leicht, die schönsten und nützlichsten Pflanzen zu schützen, doch muss man ebenso verstehen, wie nützlich auch einige einfache Blumen sind. Unwissende könnten sie für Unkraut halten und sie zertreten. So muss man im gesamten Leben besonders die Bedeutung der kleinen, unscheinbaren Arbeiter erkennen, aus denen feste Mitarbeiter werden können. Man darf nicht über ihr geringes Wissen bekümmert sein, denn dafür sind sie in der Lage, Durchschnittswissen beiseite zu lassen und zum Höchsten zu streben. Wir und Unsere Nächsten haben das Streben zu den Kleinen, Einfachen, noch nicht von Hinterlist Berührten sehr entwickelt. Mag deren Denken zunächst auch noch durch eine gewisse Primitivität getrübt sein, doch dafür fällt man bei ihnen nicht in einen Morast von Sophisterei. So vermag auch Unser Volk unvermittelt vom Kleinen zum Hohen überzugehen, ohne aber sich dieses Hohen zu brüsten. Selbst seine Helden konnten nicht hochmütig werden. Sie verstanden, dass selbst die größte irdische Arbeit nur die Schwelle zum überirdischen Dasein ist. Sie kannten das Feuer und die leuchtende Flamme, doch ließen diese Zeichen sie nicht hochmütig werden. Eine solche Einfachheit war weder Demut noch Erniedrigung, sondern stellte das Leben des Herzens dar, das Leben von Selbstaufopferung. Sie erwarteten keine besondere Anerkennung, da sie wahre Arbeiter waren. Sie vermochten zu reden und zu schweigen. Der Denker sprach: ‘Lasst uns schweigen, die Gedankenblitze löschen. Möge aus dem tiefen Inneren das Wichtigste, das Verborgenste aufsteigen.’