Bruderschaft II, § 513

Urusvati weiß, dass Wir Furcht und Misstrauen nicht gutheißen und diese Eigenschaften der Unwissenheit zuschreiben. Zur gleichen Zeit bestehen Wir auf Wachsamkeit und Vorsicht, die beide einem erleuchteten Zustand eigen sind. Für unkluge Menschen ist es nicht leicht, die Grenzen zwischen den verschiedenen Gefühlen zu finden. Misstrauen nennen sie Vorsicht, und Angst halten sie für Wachsamkeit. Auf solche Weise werden beste Eigenschaften in einen schmachvollen Zustand übergeführt. Der Kluge wird jedoch verstehen, wo auf Einsicht gegründete Vorsicht unerlässlich ist. Wenn die Welt in Wirrnis erschaudert, wird der Unvorsichtige ein Dummkopf sein. Der Kluge wägt alle Ursachen ab und kann die Entstehung von Schäden klar einschätzen. Er belässt die Giftschlange nicht auf der Schwelle, da die Entstehung von Bösem giftige Früchte zeitigt. Er wird nicht sagen, dass es nicht lohne, seine Aufmerksamkeit auf einen kleinen Skorpion zu richten, denn auch ein kleiner Biss kann tödlich sein. Der Kluge versteht besonders gut, dass solche kosmischen Anspannungen herrschen können, dass die ganze Aufmerksamkeit auf die Lage des Planeten gelenkt werden muss. Ihr habt bemerkt, dass die gewohnte Arbeit mitunter von höheren Sorgen verdrängt werden kann. Solche Sorgen sind meist nicht in Worte zu fassen, doch das Bewusstsein spürt, wie angespannt der Raum ist. Wenn der Organismus Ströme starker Anspannung aufnimmt, vermag er zu erkranken. In solchen Stunden wäre es nicht erlaubt zu sagen, dass Aufmerksamkeit unnötig sei. Im Gegenteil, es muss jede Wachsamkeit begrüßt, jegliche Furcht aber missbilligt werden. Wir sprechen vom Irdischen und Überirdischen, da Wir, die Wir ständig auf der Wacht stehen, nicht darum verlegen sind zu sagen, dass Wir Unsere Wachsamkeit noch verstärken. Glücklicherweise ist diese Eigenschaft unerschöpflich. Auch ihr zögert nicht zu wiederholen, dass in einer Stunde höchster Anspannung auch höchste Wachsamkeit bezeigt werden muss. Nicht Furcht nötigt euch zu solcher Bestätigung, sondern der Wunsch, im besten Maße zu dienen. Aus solchem Wunsche entstehen Helden. Wir haben von den Eigenschaften des Helden gesprochen. Zum Glück kann der Held auf jedem beliebigen Platz im Leben stehen. Der Denker sprach zu Seinen Schülern: ‘Fühlt euch als Helden und erspürt, welche Heldentat ihr heute vollbringen könnt.’

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