Bruderschaft II, § 511

Urusvati weiß von vielen Eigenschaften der psychischen Energie. Ihr Wesen bleibt unverändert, doch um dieses Korn herum können überaus verschiedenartige Eigenschaften gelagert sein. So wäre die Einwirkung der Blutbeschaffenheit zu nennen. Zurzeit widmet man den rassischen Unterschieden viel Aufmerksamkeit. Diese Unterschiede lassen sich jedoch nicht nur bei der Blutzusammensetzung feststellen, sondern auch bei den Eigenheiten der psychischen Energie. Die Menschen können die Wirkung des Denkens einiger Völker stärker wahrnehmen, während sie in anderen Fällen unberührt bleiben. Neben dem Atavismus und karmischen Ursachen kann man eine Ursache dafür auch in der Blutbeschaffenheit suchen, die auf die psychische Energie einwirkt. Man kann unmöglich aufzählen, wieviele Verbindungen zwischen den Menschen bestehen. Es müsste das Menschengeschlecht beschämen, dass es seine Verbindungen und Eigenschaften nicht studiert. Die Psychologie muss sich mit allen wissenschaftlichen Gebieten befassen, die das künftige irdische Leben zu erhellen vermögen. Der Gedanke findet bei den anerkannten Wissenschaften noch kein Asyl, doch die Psychologie ist fähig, zu einem einzigartigen Bollwerk der Erforschung des Gedankens, anders gesagt der psychischen Energie, zu werden. Jetzt ist es besonders notwendig, diese Fragen auf wissenschaftlichen Boden zu stellen. Dafür jedoch ist Zusammenarbeit einer ganzen Reihe Gelehrter erforderlich, die auf verschiedene Laboratorien verteilt sind. Ist es nicht beschämend, dass sich die Wissenschaften bis auf den heutigen Tag in verschiedene Lager aufteilen, die keine Verbindung untereinander haben? So kommt es vor, dass die einen Wissenschaften als unbestreitbar erachtet werden, man die Glaubwürdigkeit anderer jedoch dem Zweifel unterzieht. Natürlich beruht solcher Zweifel auf Unwissenheit und Vorurteil. Man kann sich nicht vorstellen, wie hartnäckig die Vorurteile herrschen. Dies muss man von den Palästen bis zu den Hütten unablässig wiederholen, und wahrscheinlich sind die Vorurteile in den Palästen noch am stärksten. So muss man immer wieder von der Bestimmung der Wissenschaft sprechen. Der Denker lehrte: ‘Lernt es, der Wissenschaft die Tür zu öffnen. Es wäre beschämend, müsste sie mit abgerissenem Gewand in der Kälte stehen bleiben. Hört ihr, wie das Wissen anklopft?’

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